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Anreise und Tag 1 in Jakutsk

Tag 1: Von der Hamburger Kälte in die richtige Kälte

Am kältesten Morgen des Jahres in Hamburg bei -10°C treffen sich 13 Schülerinnen, Schüler und 2 Lehrkräfte der Gyula Trebitsch Schule Tonndorf und des Walddörfer Gymnasiums um 10:30 Uhr am Hamburger Flughafen vor dem Aeroflot-Schalter. Vor ihnen liegt ein Flug über Moskau in die kälteste Stadt der Welt, nach Jakutsk, im Fernen Osten Russlands. Obwohl bereits online eingecheckt, dauert die Gepäckaufgabe am Schalter ungewöhnlich lange. Eine weitere Verzögerung bei der Passkontrolle, 3 Beamte fertigen über 100 Fluggäste für mehrere Flüge ab, führt zu einer Verspätung des Starts von ca. 40 Minuten.  Die ohnehin schon kurze planmäßige Aufenthaltsdauer in Moskau zum Umsteigen verringert sich somit auf 50 Minuten. Sorgenvolle Blicke beim Landeanflug am Flughafen Scheremetjewo, im -14°C kalten Moskau. Werden wir die Maschine nach Jakutsk noch erreichen? Ein Aeroflot-Mitarbeiter mit Schild Flug Nr. 1750 Jakutsk empfängt uns direkt im Terminal D und zerstreut alle Sorgen. Von insgesamt 3 Mitarbeitern werden wir auf schnellstmöglichem Weg durch die Pass- und Sicherheitskontrollen geleitet und erreichen das Gate 10 Minuten vor der planmäßigen Abflugzeit. Somit wird die unverständliche Verzögerung am Hamburger Flughafen durch den tollen Service in Moskau wieder wettgemacht. Der ca. 7stündige Flug der Sonne entgegen über den Ural in den asiatischen Teil Russlands verläuft weitgehend schlaf- aber auch problemlos und pünktlich um 7:50 Uhr Ortszeit landen wir bei -35°C im verschneiten Jakutsk. Die Müdigkeit wird durch das Glücksgefühl verdrängt, als wir auf dem Gepäckband auch alle unsere Koffer entdecken. Unsere Gastgeber vom Sacha-Gymnasium empfangen uns nach jakutischer Tradition mit kleinen Pfannkuchen und gegorener Stutenmilch für die Lehrkräfte. Die Gastfamilien begrüßen ihre Gastschüler und nach einigen kurzen Hinweisen zum Programm geht es erst mal nach Hause. Auf dem Weg zum Auto spürt man die -25°C Unterschied zum Hamburger Wintermorgen. Der Atem gefriert sofort am Jackenkragen und die Nasenhaare werden zu winzigen Eiszapfen. Wir sind in der kältesten Stadt der Welt angekommen. Die jakutischen Gastgeber freuen sich nach wochenlangen Temperaturn unter -40°C und Dunkelheit und Nebel allerdings über den Frühling, der mit Sonnenschein und blauem Himmel bei -30°C seine Vorboten schickt.

Die durch die Zeitverschiebung von +8 Stunden verlorene Nacht wird einfach ignoriert und nach einem kurzen Aufenthalt in den Gastfamilien geht es direkt in die Schule. Nach dem Besuch von mehreren Unterrichtsstunden treffen wir uns alle zu einer „Sicherheitsbelehrung“ für den bevorstehenden Aufenthalt in Jakutsk. Im Anschluss werden wir mit einem abwechslungsreichen jakutischen Musik- und Tanzprogramm feierlich begrüßt. Gegen 16:00 Uhr endet der erste Tag nach mittlerweile 24 schlaflosen Stunden. Die Müdigkeit ist vielen ins Gesicht geschrieben. Angeblich sollen sich aber einige Schüler noch zum Eislaufen und Essengehen verabredet haben. Schlafen kann man ja auch zu Hause.

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