Tag 3: Was sind wir? Ein Team! Team-Bildung in Jakutsk

Team-Bildung Teil 1 findet statt im Museum für die Geschichte und Kultur der Völker des Nordens in Jakutsk. Während die Schülergruppe wieder am Unterricht in der Schule teilnimmt und das Spiel auf der Maultrommel perfektioniert, bildet sich das Freiwurf-Hamburg-Team in Völker- Tier- und Pflanzenkunde Jakutiens. Eindrucksvolle Wal- und Mammutskelette ziehen die Aufmerksamkeit auf sich, die dann durch detailgetreue Standbilder und Darstellungen der vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt Jakutiens und historischer Perioden bis in die Zeit der Sowjetunion aufrechterhalten wird. So erfahren wir unter anderem, dass die Stadt Jakutsk 1632 am Ufer der Lena gegründet wurde, 1/3 der männlichen Bevölkerung Jakutiens im 2. Weltkrieg gegen die Deutschen gekämpft hat und über 50% davon gefallen sind. Trotz der Entfernung zum Kriegsschauplatz hat der 2. Weltkrieg auch in Jakutsk seine Spuren hinterlassen. Erkenntnisse, die zum Nachdenken anregen.

 

Der strahlende Sonnenschein und der blaue Himmel lassen uns die Temperatur um -20°C fast vergessen. So geht der eine oder die andere ohne Mütze und mit offener Jacke auf die Straße. Nach wenigen Minuten meldet sich dann meist der Temperatursensor im Körper und schlägt Alarm – Jacke zu, Mütze auf, wir sind in Jakutsk.

 

Nach dem Mittag in der Schulkantine des Sacha-Gymnasiums und einer kurzen Ruhephase folgt mit dem sportlichen Teil des Tages Team-Bildung Teil 2. Auf dem Programm steht ein inklusives Handballturnier nach etwas abgewandelten Regeln. Neben unserem Team und einer Mannschaft vom Sacha-Gymnasium ist ein Team einer Internatsschule für Behinderte zu Gast. Es spielen 5 Spieler in jedem Team, anstelle der nicht vorhandenen Handballtore werden die Bretter der Basketballkörbe genutzt. Die Mannschaft erhält einen Punkt, wenn ein Spieler den Ball gegen das Brett wirft und dann ein Spieler aus der gleichen Mannschaft den Ball fängt, ohne dass der Ball vorher auf den Boden fällt. In 3 leidenschaftlich ausgetragenen Spielen treten alle sprachlichen und interkulturellen Unterschiede in den Hintergrund. Alle haben nur ein Ziel, sie wollen gewinnen. Auch wenn die Ergebnisse ein etwas anderes Bild ergeben, stehen am Ende nur Sieger auf dem Feld und alle Teams erhalten einen Pokal und Urkunden. Jedes Spiel wird mit dem Ruf von Freiwurf Hamburg beendet. „Was sind wir? Ein Team!“ 

 

Zurück in der Unterkunft wird dann der Mbemba-Effekt getestet. Hier ein Auszug aus Wikipedia:  „Der Mpemba-Effekt bezeichnet das Phänomen, bei dem unter bestimmten Bedingungen vormals heißes Wasser schneller Eiskristalle bildet als zuvor kaltes Wasser. Benannt wurde der Effekt nach seinem „Wiederentdecker“ (1963), dem tansanischen Schüler Erasto B. Mpemba.“ Die Bilder des kristallisierten heißen Wassers beim Sonnenuntergang in Jakutsk erfreuen nicht nur das Herz des Physiklehrers. Ein weiterer ereignisreicher Tag neigt sich dem Ende entgegen. Nach einem geschmackvollen Abendessen folgt eine kurze Abschlussrunde zum Tag. Beim anschließenden „Mensch ärgere dich nicht“ – Spiel wird die Teambildung teilweise auf eine harte Probe gestellt. Ich bin aber zuversichtlich, dass alles friedlich bleibt. Der morgige Tag steht ganz im Zeichen des Permafrostes. Doch dazu später mehr.   

 

Ein Beitrag zum Projekt im jakutischen Fernsehen (ab Minute 8:50)

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