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Tag 4: Familientag - Natur und Kultur Jakutiens

Tag 4: Familientag – Natur und Kultur Jakutiens

Am Sonntag sind die Gastfamilien in der Verantwortung, das Programm zu gestalten. Die Schülerinnen und Schüler sollen einen Eindruck von Besonderheiten der Natur und Kultur rund um Jakutsk bekommen. Hierzu einige O-Töne aus der WhatsApp-Gruppe der Teilnehmer:

„Ich mache es in Stichworten: Gold, roher Fisch, Permafrost-Zertifikat, Huskies“
„Heute war so ein Tag, den, glaube ich, jeder von uns sich gewünscht hat, man hat richtig tolle Sachen hier entdecken können und ich für meinen Teil hatte richtig Spaß.“
„Genau! So sehe ich das auch.“
„Da kann ich mich nur anschließen.“
„Ja, der Tag war toll.“
„Ja, finde ich auch.“
„Bei mir auch.“
„Mein Tag war super. Ich habe viel Zeit mit der Gastfamilie verbracht und mit den Verwandten. Ich habe Sachen gemacht, die in Deutschland vielleicht nie möglich wären, wie z.B. dieser Hundeschlitten oder dieser Eispark. Mein Tag war sehr schön.“
„Sehe ich genau so! Ich habe sehr viele Abenteuer erlebt, und als wir einen Berg hochgefahren sind, hat das Auto das nicht geschafft und wir mussten aussteigen und schieben.“
„Heute waren wir morgens in einem Museum und sind dann auf den Berg hoch gegangen in der Nähe von dem Husky-Schlitten-Fahren (dies wollte ich nicht tun, da mir das ziemlich leid tat, wie die Hunde behandelt wurden). Von dort sind wir essen gegangen in ein „europäisches Restaurant“, welches nicht wirklich europäisch war, aber trotzdem selbst eine kleine Auswahl für Vegetarier hatte.
Nach einem kurzen Aufenthalt zuhause sind wir zu einer „Eis-Stadt“ gefahren und haben uns dort auch mit den meisten anderen getroffen und hatten viel Spaß. 
Highlight des Tages: Es ist der erste Tag an dem ich nicht gefallen bin 
Bis morgen!“

„Heute waren wir in einem Berg, wo es viele verschiedene und schöne Eisskulpturen und Kristalle gab. Jede Skulptur hat eine wichtige Rolle in der Geschichte von Jakutien, z.B., dass es 3 Bereiche gibt (den oberen, mittleren (da befinden wir uns) und den unteren). Zu jedem Bereich gab es ein bestimmen Raum mit Eisskulpturen und einer Geschichte. Anschließend waren wir in einem schönen jakutischen Restaurant und haben sehr leckeres Essen gegessen, wie einen Elch (Tradition von den Jakuten). Danach haben wir einen Markt besucht, wo man viele verschiedene Dinge kaufen konnte. Hauptsächlich jedoch gab es gefrorenen Fisch und Fleisch. Am Abend sind wir zum sogenannten ‚Eisdorf‘ gefahren, dort konnte man sehr faszinierende Eisskulpturen sehen und ganz viele verschiedenen Eisrutschen fahren. Das hat mir sehr viel Spaß gemacht und ich habe das erste Mal in Jakutsk geschwitzt.“

 

Der Eispark befindet sich am Ufer der Lena, einer der größten Flüsse Russlands, der im Winter komplett zugefroren ist und als Straße genutzt wird. Dort sind im Winter Eis- und Schneeskulpturen aufgestellt, man kann Schlittschuhlaufen, sich auf einer Gummibanane hinter einem Motorschlitten ziehen lassen und eine große Eisrutsche runterrutschen. Am Abend ist alles bunt beleuchtet. Das Permafrost-Zertifikat erhält man bei dem Besuch eines Stollens in einem Berg, das sogenannte „Königreich des Permafrostes“. In dem Stollen herrschen ganzjährig -25°C und es sind Eisskulpturen zu ganz verschiedenen Themen zu bestaunen. Die Hundeschlittenfahrten gehören zu einem Gelände am Rande von Jakutsk, auf dem unter anderem die Lebensweise verschiedener Völker Jakutiens gezeigt wird.

 

Im Zentrum von Jakutsk findet an diesem Tag eine Ausstellung zur Handwerkskunst Jakutiens statt. Dort kann man Schmuck, Kleidung und auch die traditionellen Maultrommeln anschauen und auch kaufen. Anlässlich der Ausstellung gibt es einen Umzug auf der Hauptstraße in traditionellen jakutischen Kostümen. Angeregt durch eine Dokumentation, die vor einigen Tagen im deutschen Fernsehen lief, begebe ich mich in den Hafen von Jakutsk. Dort liegen unter anderem die Fähren, mit denen in der eisfreien Zeit im Sommer die Lena überquert werden kann. Es gibt nach wie vor keine Brücke über den an einigen Stellen bis zu 10km breiten Fluss. Da die Fähren dann pausenlos im Einsatz sind, müssen sie im Winter gewartet und repariert werden. Das ist aber nur möglich, wenn sie vorher vom Eis befreit werden. So werden zunächst meterdicke Eisblöcke rund um die Schiffschraube und den Rumpf herausgesägt, bevor dann die Mechaniker und Schweißer mit ihrer Arbeit beginnen können. Am Abend besuche ich noch eine Russisch-Orthodoxe Kirche im Zentrum der Stadt. Alles in allem ein sehr abwechslungsreicher Tag. Die Temperatur ist an diesem Tag um fast 20°C gestiegen. Um19:00 Uhr zeigt das Thermometer nur noch -17°C. Es kommt einem tatsächlich ungewohnt warm vor.

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